Trotz Widrigkeiten – Bronze!


Immer wieder imposant die rasante Kettenreaktion im Quickstep

Am vergangenen Samstag, 09.11.2019 fanden in Hamburg die Deutschen Meisterschaften der Formationen statt. Mit dabei – und das seit 1984 in ununterbrochener Reihenfolge – unsere A-Standardformation. Über eine Vor- und eine Zwischenrunde qualifizierte sich das Team um deren Trainer Norman & Dagmar Beck für das Finale. Am Ende stand die Mannschaft mit Platz drei auf dem Siegerpodest mit der Bronzemedaille in der Hand, die sie in denkwürdiger Erinnerung tragen werden. Doch der Reihe nach:

 

Hatten in Hamburg einiges zu tun, aber alles im Griff
V.li. Matthias Fohrer, Gaby Wulff, Dagmar & Norman Beck

Die Vorbereitung – Eigentlich keine große Geschichte. Musik, Choreo und Entwürfe des neuen Outfits sind bereits 2018 in großen Teilen fertig gestellt, muss aber wieder auf Eis gelegt werden – Personalsorgen! Zur DM 2019 muss das neue Projekt kommen, das alte Projekt lief ja schon mehr als üblich. Im Frühsommer 2019 steht alles bereit, einzig es gibt noch keine Mannschaft! Allen Maßnahmen zum Trotz, keiner will mitmachen oder traut sich diese sportliche Herausforderung zu. Ende August dann die Vollzugsmeldung: Wir sind komplett und können starten. Was niemand zu diesem Zeitpunkt weis: Wie soll das alles funktionieren? Bei einer durchschnittlichen Verfügbarkeit der Mannschaft von ca. 70%, einer komplett neuen Choreo und zwei blutjungen Anfängern wird das bestenfalls problematisch. Und ausgehend davon, das eine Teammitglied nach siebenwöchiger Abstinenz direkt zur Meisterschaft kommt lässt nicht gerade Zuversicht in Sachen Homogenität und Feinabstimmung aufkommen. Doch eiserner Wille, Disziplin und dem Mut die Herausforderungen anzunehmen sind eine gute Grundlage aussichtslos erscheinende Situationen zu meistern.

 

Abreise vor dem Tanzsportzentrum am Erlenweg. Der TCL startet zur Deutschen nach Hamburg

Die Anreise – Eigentlich keine große Geschichte. Checklisten, die schon früh die Grundlage der Reise- und Ablauforganisation einer Deutschen Meisterschaft bilden und über die Jahre hinweg optimiert wurden, sorgen für einen reibungslosen Ablauf in der Reisevorbereitung und Beladungsprozess des Mannschaftsbusses. Es darf ja nichts vergessen werden. Und so startet der Mannschaftsbus am 08.11.2019 morgens um 08:30 planmäßig vom Tanzsportzentrum am Erlenweg 1. Planmäßige Ankunft in Hamburg um 18:30 Uhr. Mannschaftsessen um 19:30 Uhr, Abschlußbesprechung 21:30 Uhr. Alles vorbereitet. Was nicht so recht planbar ist, das Chaos auf bundesdeutschen Autobahnen! Bereits in Würzburg der erste Stau, aber der kann ja umfahren werden, wenn da nicht durch Würzburg durch die ganze B19 aus einer einzigen Baustelle besteht.

Frischling Lars Kasjanow mit erfahrener Unterstützung von Giulia Edel

Der absolute Gau trifft uns aber nach Göttingen auf der A7 – komplette Sperrung! Drei Stunden im Stau bringt auch die beste Planung ins Rutschen, und so kommt der Mannschaftsbus nicht wie geplant um 18:30 Uhr sondern um 22:00 Uhr am Mannschaftshotel an. Raus aus dem Bus, Check In war schon bestens vorbereitet durch Milena Wiederhold, die als Vorhut aus Düsseldorf angereist war. Und auch für Verpflegung hat Milena gesorgt, damit die Mannschaft noch was zwischen die Kiemen bekommt. Im Zeitalter von digitaler Vernetzung und Lieferservice kein Problem. Und damit noch weniger Zeit verloren geht, wurde die Abschlussbesprechung bereits im Bus abgehalten.

 

Damit jeder weis, wann er wo zu sein hat – Zeitplanung

Der Turniertag – Eigentlich keine große Geschichte. Morgens um 05:00 Uhr stehen die Damen schon mal unter Strom. Haare gerichtet und gesprüht und das Vorbereiten von Make Up. Um 07:00 Uhr geht’s zum gemeinsamen Frühstück, danach packen und doppelt kontrollieren. Alles was jetzt nicht dabei ist, wird schwierig sein rechtzeitig zu beschaffen. Na ja, es wäre ja nicht das erste mal, das ein Kleid vergessen wird. Pünktlich um 09:30 Uhr setzt sich der Mannschaftsbus in Bewegung und planmäßig erreichen wir die Sporthalle Hamburg. Reges Gedränge in den Gängen, die Stellproben laufen schon seit 08:00 in der Frühe. Wir sind um 11:40 Uhr dran, also genügend Zeit sich in der Umkleide einzurichten. Na ja, bei gefühlten 1,5 qm ist das recht kuschelig und es bedarf einer gewissen Portion Gelassenheit sich nicht anstecken zu lassen. Die Vorbereitung zur Stellprobe und zu jedem einzelnen Durchgang der Vor- / Zwischen- und Endrunde ist genau getimt und im Zeitplan vermerkt. So kann sich jedes Teammitglied in seinem eigenen Rhythmus auf die einzelnen Abschnitte vorbereiten.

 

Beengte Verhältnisse in der Umkleide.

Die Stellprobe verlief ohne nennenswerte Auffälligkeiten, klar – die Nervosität war da. Keiner wusste so genau wie wir hier aus den Startlöchern kommen. Die Vorrunde ging in Ordnung, die Patzer waren aber nicht zu übersehen und der Vortrag war doch verhalten. Für die Zwischenrunde sollte das beseitigt werden. In den letzten drei Minuten vor jedem Auftritt versammelt sich die Mannschaft im Kreis um die Trainer. Die letzten Anweisungen wurden an das Team gegeben. Handwerklich muss besser gearbeitet werden und die individuellen Patzer müssen eliminiert werden. Mehr Zug und Leidenschaft wird eingefordert. Und so kommt es wie es meistens kommt – die Mannschaft überzieht. Kein Tanzen aus einem Guss, wenig Grundverständnis in den Automatismen. Jeder versuchte nach besten Kräften alles zu verbessern.

 

v.li. Giulia Edel mit Maskottchen Arthur, Alina Blehm das zweite Küken im Stall, Tatjana Beinhauer, Ludmila Radiush, Maria Novikova (Kapitänin)

Für das Finale war klar, so kann hier nichts eingefahren werden. Ein eingespieltes Team agiert anders auf der Fläche. Zu individuell, zu wenig Abstimmung, zu wenig Stabilität. Zum Finale wird die Order ausgegeben: Ihr müsst alle einen Schritt zurück gehen, weniger ist manchmal mehr. Aber als erste Mannschaft im Finale auf die Fläche zu müssen, ist auch nicht gerade das was man sich auf der Deutschen wünscht. Aber das ist ja kein Wunschkonzert! Der Finaldurchgang war an diesem Tag der Beste im ganzen Turnierverlauf. Und mit dem Ergebnis eine Bronzemedaille ist die Zufriedenheit zu sehen. Alle haben an einem Strang gezogen und das bestmögliche Ergebnis erreicht. Die Mannschaft kann stolz auf sich sein.

 

Erfolgreich und zufrieden mit der Bronzemedaille
Herren v. li. Sergej Esau (Kapitän), Thomas Schmid, Lars Kasjanow, Moritz Krauter, Pierre Kienzle, Manuel Weber, Yannick Kersting, Nils-Arne Herold
Damen v. li. Regina Baumeister, Ludmila Radiush, Valentina Esau, Giulia Edel, Alina Blehm, Maria Novikova (Kapitänin) Miriam Preiss, Tatjana Beinhauer
Ganz rechts Dagmar & Norman Beck (Trainer/in)

 

Die Rückreise – Eigentlich keine große Geschichte. Moritz fliegt direkt zurück nach London, Valentina fährt zurück in den Ruhrpott und Regina bewegt sich direkt in Richtung „Weiswurst Äquator“. Der Rest verschläft die Reise im Bus.

 

Unser Dank geht an

Gaby Wulff, Matthias Fohrer, Milena Wiederhold, Alisa Trefz und dem Physio Thomas von der Lateinformation.

An VIVERE GbR für die großzügige Spende

 

Das Endergebnis

  1. TSC Schwarz-Gold d. ASC Göttingen (33,150)
  2. Braunschweiger TSC (32,658)
  3. 1. TC Ludwigsburg (31,758)
  4. TSC Rot-Gold Casino Nürnberg (29,741)
  5. TSC Blau-Gold Nienburg (24,700)
  6. TSA d. TSV Bocholt (24,592)
  7. TC Bernau (21,884)
  8. FG Hofheim / Friedberg / Gießen (20,567)