Trotz deutlicher Leistungssteigerung knapp am Treppchen vorbei


Am vergangenen Wachende empfing Göttingen die 1. Bundesliga der Standardformationen zum sogenannten „Bergfest“, das dritte von insgesamt fünf Turnieren in der Bundesliga Saison. Trotz einer deutlichen Leistungssteigerung gegenüber dem letzten Turnier in Nienburg verpasste die Standardformation des TCL nur denkbar knapp den anvisierten Treppchenplatz in der Sparkassen Arena in Göttingen. Mit 4:3 Wertungsrichterstimmen musste der TCL erneut die Mannschaft aus Nürnberg geschlagen geben. Unangefochtener Sieger wurde Göttingen vor dem Braunschweiger BTSC.

Tolle Leistung der A-Standardformation, auch wenn das lächeln zunehmend schwerer wird. Sie gilt als Mutmacher für andere Mannschaften in schweren Zeiten.

Nach dem Turnier ist ja bekanntlich vor dem Turnier, und das ist in der Bundesliga Saison der Formationen immer im Rhythmus von zwei Wochen der Fall. Also nicht besonders viel Zeit um Anpassungen im größeren Umfang vornehmen zu können. Ebenso kann auch das Sprichwort so interpretiert werden: „Nach der Lösung des einen Problems, steht das nächste schon vor der Tür“. Erst musste Ludmila Radiush ersetzt werden, die wegen eines abgelaufenen Visums zurück nach Weißrussland musste und für den Rest der Saison nicht mehr zur Verfügung stehen wird, dann erkrankt Lars Kasjanov an einer echten Influenza, wird ins Krankenhaus eingeliefert und fällt ebenso für den Rest der Liga aus. Bei der aktuellen Personalsituation steht die Mannschaft mit dem Rücken an der Wand und steht damit knapp vor dem Aus in der laufenden Saison. Chapeau! Wie die Mannschaft mit eisernem Willen sich dieser Tortour im Mannschaftsgefüge entgegenstemmt.

Morgens um 08:00 Uhr des ersten Februars ereilt die Trainer Norman & Dagmar Beck die Hiobsbotschaft „Lars fällt komplett aus“. Zu diesem Zeitpunkt ist die Mannschaft nicht mehr startfähig nach dem Regelwerk der Turnier- und Tanzsportordnung. Eine Mannschaft besteht aus min. 6 und max. 8 Paare, so nachzulesen in der sogenanntenTSO. Um 08:15 Uhr klingelt das Handy von Yannick Kersting. Dagmar Beck rief kurzerhand an und am anderen Ende meldet sich Yannick, total verschlafen und gar nicht so richtig wach. „Gib mir fünf Minuten, ich muss erst mal wach werden, ich melde mich zurück“, so die erste Reaktion. Langer Rede kurzer Sinn: Yannick hat spontan zugesagt und alle Änderungen mit seiner zugeordneten Partnerin Giulia Edel abgearbeitet. Das Team war wieder startberechtigt.

Yannick Kersting, der nach dem Anruf seiner Trainerin aus allen Träumen gerissen wurde.

Bereits in der Stellprobe war zu erkennen, das Göttingen anders laufen kann als Nienburg. Große Aufmerksamkeit auf der Fläche, nur die Grundabstimmung war  jetzt nicht so, wie es sein müsste. Klar! Bei dem ständigen Personalwechsel. Dennoch – die Defizite aus der Stellprobe wurden in der Vorrunde minimiert und das Große Finale war sicher erreicht. Dort machten alle einen guten Job. Anna-Sophie, die als Debütantin ihre Feuertaufe erlebte ebenso wie Yannick, der ja nur wenige Trainingseinheiten hatte und der gesamte verbliebene Rest der Mannschaft, der einen stabilen Rahmen im Gefüge bildete. Nach großer Leistungssteigerung gegenüber den vergangenen Turnieren war dennoch nicht mehr drin als ein knapper vierter Platz, der sich aber gefühlsmäßig besser angefühlt hat.

Als Fazit bleibt zu bemerken, das die Mannschaft als Mutmacher und Vorbild genommen wird und trotz aller Widrigkeiten alle Möglichkeiten wahr nimmt um im Wettbewerb zu verbleiben und dort nach wie vor die Möglichkeiten hat sich einen Platz auf dem Treppchen zu ertanzten. Nicht auszudenken, was da alles möglich wäre, wenn mit maximaler Mannschaftsstärke gearbeitet und trainiert werden könnte. Aber jammern hilft alles nichts, es ist wie es ist. Aber ein Blick in die Zukunft darf schon mal gewagt werden.

Anna Sophie Hahn, die nach ihrer erfolgreichen Feuertaufe von seinem Partner Nils-Arne Herold quasi auf den Händen getragen wird.

Ein besonderer Dank ergeht im Namen der Mannschaft an die Präsidentin Gaby Wulff für Ihren unermüdlichen Einsatz am Wochenende, an Milena Wiederhold für Ihre kurzfristige Anreise aus Dortmund um den Mädels zur Seite zu stehen beim „Sprühen und Köpfe Bügeln“ und für die Bildregie mit der Kammara, an die Eltern von Tatjana Beinhauer für Ihren Einsatz bei der Verpflegung der Mannschaft und last but not least bei Sandra Wahlenmaier für die Nacht-und-Nebel Aktion bei der Kürzung für das Kleid von Anna-Sophie.

Das Gesamtergebnis

1. TSC Schwarz-Gold d. ASC Göttingen 1846 1-1-1-1-1-1-1
2. Braunschweiger TSC 2-2-2-2-2-2-2
3. TSC Rot-Gold-Casino Nürnberg 3-4-3-3-4-4-3
4. 1. TC Ludwigsburg 4-3-4-4-3-3-4
5. TSC Blau-Gold Nienburg 5-5-5-5-5-5-5
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6. TSA des TSV Bocholt von 1867/1896 7-6-6-6-6-6-6
7. Tanzclub Bernau 7-7-7-7-7-7-7
8. FG Hofheim/Friedberg/Gießen 8-8-8-8-8-8-8