Standardformation Überrascht mit Silbermedaille, Lateinformation auf emotionaler Achterbahnfahrt


Standardformation Überrascht mit Silbermedaille

Bei den Deutschen Meisterschaften der Formationen am 09.11.2018 in der Volkswagenhalle in Braunschweig errang die A-Standardformation die Silbermedaille. Vor einem gut gefüllten Haus in der Höhle des Löwen wuchs die neu aufgestellte und in weiten Bereichen unerfahrene Mannschaft unter der Führung unserer erfolgreichen und erfahrenen Trainer Norman & Dagmar Beck förmlich über sich hinaus. Mit 32,25 Punkten musste sich die Mannschaft zwar den Dauerrivalen aus Braunschweig geschlagen geben, jedoch wurde ein deutliches Zeichen gesetzt, dass diese Mannschaft Potential hat, um weiterhin ganz vorne um Titel mittanzen zu können. Hier ist unbedingt Zeit ein kostbarer Faktor.

Bereits am Freitagmorgen reiste die Standardformation zusammen mit ihren Kollegen/innen der Lateinformation im Mannschaftsbus nach Braunschweig. Mit vielen gemischten Gefühlen im Gepäck begaben sich die Standarten auf eine äußerst ungewisse Mission direkt in die Aura der Dauerkonkurrenz nach Braunschweig. Im „günstigsten Fall wird das sehr problematisch“ so der Chef Coach Norman Beck auf die Frage, wie die Chancen auf eine Titelverteidigung stehen. Und das ist beileibe kein Understatement, sondern eine sehr realistische Einschätzung der aktuellen Personalsituation bei der A-Standardformation.

Links das Trainerehepaar Norman & Dagmar Beck
Jeweils von links nach rechts die Herren
Richard Stromer, Sergej Essau (Kapitän), Thorsten Stolze, Kirill Grinchenko, Pierre Kienzle, Julian Pfersich, Nils-Arne Herold, Daniel Kanchev
Die Damen – Béla Swoboda, Ludmila Radiush, Miriam Preis, Maria Novikova, Giulia Edel, Laura Hornbacher, Melissa Schenk, Regina Baumeister
Photo by: vstudio.photos

Nach der sehr erfolgreichen Saison 2017/18, dem Titelgewinn der Deutschen Meisterschaft und der Bundesligasaison, brach die Mannschaft komplett auseinander. Die mühsam integrierten Kräfte von außerhalb und wesentliche Stützen von erfahrenen Leuten kehrten der Standardformation den Rücken. Lediglich 3 Paare blieben übrig. Ein Neustart zur Mission Titelverteidigung geriet schon am Anfang zur Mammutaufgabe. Das Schreckgespenst „6-er Team“ war unvermittelt als hässliche Realityt in die Gedanken zurückgekehrt. Nicht noch einmal sollte die als nach wie vor erfolgreichste Standardformation der Welt geltende Mannschaft sich dieser Prüfung aussetzen wollen. „Zu sechst zu gehen ist keine Option, einmal reicht. Dann lieber gar nicht“, so Dagmar Beck in kurzen knappen Worten. Obwohl die TSO diese Regel innehat. Es dauerte bis nach den Sommerferien, bis sich eine Lösung abzeichnen konnte. Anfang Oktober war das Team komplett zusammen gestellt, was allein die Zeitschiene betreffend bestenfalls als problematisch bezeichnet werden darf.

In den verbleibenden 6 Wochen bis zur Deutschen Meisterschaft wurde jede freie Minute damit verbracht ein funktionierendes Team auf die Beine zu stellen. Keine auch so unkonventionelle Option wurde in Betracht gezogen. Am Ende wurde sogar ein über viele Jahre hinweg praktizierte Methode über Bord geworfen. „Existierende Einzelpaare werden nicht getrennt“, ein von den Trainern in der Vergangenheit sehr erfolgreich praktizierter Grundsatz, wurde einer genausten Prüfung unterzogen. „Am Ende des Tages erfordert eine aussergewöhnliche Situation auSsergewöhnliche Maßnahmen „, begründet Norman Beck seine Maßnahme, alle Paare im Team neu zu formieren. Kein „Stein bleibt auf dem anderen“, ergänzt Dagmar Beck die Tatsache, das nun ein erfahrener Partner einem vermeintlich unerfahrenem Partner zur Seite gestellt wird.

Die Maßnahmen schienen zu greifen. Ein Team, das laufen kann. Jetzt muss es noch wettbewerbsfähig gemacht werden. Sicherlich die schwierigste Aufgabe, wenn bedacht wird, dass allein vier Leute aus dem Team gar nicht wissen wie „Formation“ funktioniert, weiten Teilen Wissen fehlt und lediglich ein Viertel als tragende Stützen in den Systemeinbau zur Verfügung stehen. „Wir wollen nicht jammern, sondern die Herausforderung aktiv annehmen“ beantwortet der Kapitän Sergej Esau die Frage nach der Stimmungslage im Team.

Auf die Frage – Wie reagiert die Mannschaft auf die Herausforderungen bei de Deutschen? – „Jeder Einzelne nach seinen Fähigkeiten“, sagen die Trainer. Die Stellprobe am Samstagmorgen brachte schon die ersten Erkenntnisse. Nicht alles aus dem Trainingslager in Bartholomä wurde umgesetzt. Nervosität macht sich breit, vor allem bei den Neulingen. Die Vorrunde bringt weitere Erkenntnisse, die Kleider der Damen machen den neuformierten Paaren enorm zu schaffen. Unkonzentrierte Augenblicke führen zu handwerklichen Fehlern. In der Zwischenrunde zwar leicht verbessert, aber weit entfernt von gewohnter Leistungsmöglichleit. Spätestens jetzt war klar, welche Bärenaufgabe dieses Team übernommen hatte. Im Finale an Startplatz eins, ging das Team fest entschlossen im Willen sich mit Haut und Haaren zu wehren, aufs Parkett. Nicht zuletzt durch zwei denkwürdige Kabinenansprachen. Eine durch den Chef Coach Norman Beck und eine zeitversetzte durch den Kapitän Sergej Esau. Der Finaldurchgang war sicherlich der Beste an diesem Abend und mit 32,25 Punkten keine Glanzleistung, aber ein Ergebnis auf das aufgebaut werden kann. Zwar konnte der Titel nicht verteidigt werden – was angesichts der Rahmenbedingungen eh illusorisch war und bestenfalls die Verteidigung des Titels einer Mannschaft gewesen wäre, die so nicht mehr existiert – nein, diese Mannschaft hat die Silbermedaille gewonnen. Das ist die herausragende Leistung. Wir ziehen den Hut vor allen diesen Tänzern, die alles gegeben haben und wirklich über sich hinausgewachsen sind. Diese Mannschaft hat für ihre Leistung diese Medaille zurecht gewonnen!!

Die Mannschaft

Sergej Esau – Regina Baumeister
Nils-Arne Herold – Ludmilla Radiush
Kyrill Grinchenke – Mirijam Preis
Pierre Kienzle – Giulia Edel
Julian Pfersich – Tatjana Beinhauer
Thorsten Stolze – Laura Hornbacher
Daniel Kanchev – Melissa Schenk
Richard Stromer – Maria Novikova
Béla Swoboda

 

Das Gesamtergebnis

1. Braunschweiger TSC 34,291
2. 1. TC Ludwigsburg A 32,250
3. TSC Schwarz-Gold d. ASC Göttingen 1846 A 31,666
4. TSC Rot-Gold-Casino Nürnberg A 30,041
5. TC Bernau A
6. TSZ Blau-Gold-Casino Darmstadt
7. Boston-Club Düsseldorf A
8. FG Hofheim-Friedberg-Gießen A

Braunschweig – 10.11.2018: Deutsche Meisterschaft Formationen in Braunschweig (Volkswagen Halle), Germany. Photo by: vstudio.photos.

Lateinformation auf emotionaler Achterbahnfahrt

Die Deutsche Meisterschaft in Braunschweig am vergangenen Samstag, 10. November 2018, konnte für die Lateinformation des 1. Tanzclub Ludwigsburg kaum emotionaler ausgehen: Die Mannschaft verpasste nach der Vorrunde den Einzug in die Zwischenrunde und musste die Abendveranstaltung von der Tribüne aus erleben. Am Ende des Tages war nur Platz 7 vor dem Lokalrivalen Residenz Ludwigsburg drin.

Hinten v.l.n.r.: Roberto Piroscia, Damiano Sümegi, Bastian Tiemann, Mario Kalmbach, Andreas Schmidt, Sebastian Bracevac, Giulio Moschiano, Michael Volk, Julian Mundt, David Nevado; vorne v.l.n.r.: Ina Nägele, Antonia Mäbert, Anika Möller, Tania Teschner, Jeanne Miasnikova, Astrid Härle, Denise Schad, Gina Dezius, Pauline Wecht, Deborah Freudigmann

Nach dem berauschenden Erlebnis eine Woche zuvor in Berlin, wo die Tänzerinnen und Tänzer bei der Musikparade Berlin Tattoo als Showact mitgewirkt haben, startete die Mannschaft am Freitag gemeinsam mit der Standardformation des 1. TCL voller Selbstvertrauen und Motivation in Richtung Braunschweig. Zum fünften Mal in Folge hatte sich das Team um die Trainer Alexander Schwaderer und Michael Gnad für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert – zuletzt mit einem sechsten Platz in der 1. Bundesliga Saison 2018, die Anfang des Jahres stattfand. Als Thema wurde die Musik der letzten Saison vertanzt: ROOD. Die Choreografie wurde jedoch über weite Teile überarbeitet. Damit sollten in der sehr tänzerisch ausgelegten Choreografie die Charakteristika der Tänze noch stärker herausgearbeitet werden, zum anderen hat man das Niveau durch neue anspruchsvolle Bilderwechsel gesteigert. Auch optisch gab es Veränderungen: Die Damen bekamen einen neuen Haar- und Make-up-Look verpasst und treten nun in Blond mit einer aufwändig konstruierten Steckfrisur auf.

Der Turniertag lief gut an, die Stellprobe hatte man konzentriert absolvieren und letzte Schwachstellen besprechen können. Die Rundenauslosung ergab, dass die Lateinformation des 1. TCL das Turnier als erste Mannschaft die Deutsche Meisterschaft 2018 eröffnen wird. Eine Situation die Fluch und Segen zugleich sein kann, was dann auch direkt bewiesen wurde: Durch zeitliche Verzögerungen im Turnierbeginn verlängerte sich die Wartezeit backstage deutlich und die Mannschaft war gezwungen, die Körper auf Temperatur und den Fokus aufrecht zu halten. Nachdem es dann endlich auf das Parkett ging, wurde der Durchgang nach der ersten Minute überraschend durch die Turnierleitung abgebrochen. Begründet durch technische Probleme musste der Start wiederholt werden. Alexander Schwaderer über seine Mannschaft in diesem Moment: „Klar, dass eine solche außergewöhnliche Situation kurz zu Irritation führt, insbesondere bei den Tänzern mit weniger Turniererfahrung. Aber ich bin stolz, dass sich durch den Abbruch keiner unserer Tänzer hat unnötig verunsichern lassen, auch nicht diejenigen, die zum ersten Mal eine Deutsche Meisterschaft tanzen – im Gegenteil! Die erste Nervosität war überwunden, alle haben sich nochmal gegenseitig angefeuert. Das Publikum hat uns mit Applaus von der Fläche verabschiedet und mit noch mehr Zuspruch erneut begrüßt. Das war großartig!“ Obwohl einige Fehler passierten, sowohl in den Bildentwicklungen als auch in der Sauberkeit der Darbietung, war die Leistung ordentlich, tänzerische Qualität und Ausdruck konnte über weite Teile abgerufen werden. „Die Fehler müssen in der Zwischenrunde ausgebügelt werden“, hieß es, doch dazu sollte es leider aufgrund des Ergebnisses aus dem Wertungsgericht nicht kommen. Die Lateinformation des 1. TCL hatte sich nicht für die nächste Runde und somit für die Abendveranstaltung qualifizieren können. Enttäuscht und mit versteinerten Gesichtern wurde die Entscheidung entgegengenommen. „Es ist so unendlich schade, da auf jeden Fall mehr drin gewesen ist“, kommentiert Michael Gnad. „ Wir haben in der Vorrunde unser Potenzial einfach nicht voll ausgeschöpft, dabei hat unser Team seine Fähigkeiten in den letzten Wochen unter Beweis gestellt.“
Nun heißt es, Blick nach vorn und Köpfe nach oben richten. Bis zum Start der 1. Bundesliga am 19. Januar 2019 sind nun einige Wochen Zeit, dieses enttäuschende Ergebnis zu verarbeiten, um dann voll anzugreifen und Anschluss an das Mittelfeld zu finden.
Deutscher Meister 2018 ist zum wiederholten Male der Grün-Gold-Club Bremen geworden, vor dem TSZ Velbert und Buchholz. Die TSG Bremerhaven holte sich Platz 4 vor Aufsteiger FG Aachen-Düsseldorf. Platz 6 ging an die TSG Backnang.

Die Mannschaft (alphabetisch; Damen, Herren)

Gina Dezius
Deborah Freudigmann
Astrid Härle
Antonia Mäbert
Jeanne Miasnikova
Anika Möller
Ina Nägele
Denise Schad
Tania Teschner
Pauline Wecht

Sebastian Bracevac
Mario Kalmbach
Giulio Moschiano
Julian Mundt
David Nevado
Roberto Piroscia
Damiano Sümegi
Andreas Schmidt
Bastian Tiemann
Michael Volk

Das Gesamtergebnis
1. Grün-Gold-Club Bremen A 34,250
2. TSZ Velbert A 33,458
3. TSA Blau-Weiss Buchholz A 30,417
4. TSG Bremerhaven 29,666
5. FG TSZ Aachen-Boston-Club Düsseldorf A
6. TSG 1846 Backnang Tanzsport A
7. 1. TC Ludwigsburg
8. TSC Residenz Ludwigsburg